julianriederer

Adventure Lake Tanganyika


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Zurück! Schweiz! Eiskalt!

Brrrrrrrr! Hier in der Schweiz ist es einfach nur kalt! – Müde, aber wohlbehalten und dankbar bin ich vergangenen Donnerstag in Zürich gelandet.

Reiseroute in Afrika

Reiseroute in Afrika

Reiseroute inkl. Rückflug

Reiseroute inkl. Rückflug

Ohne mein Gepäck… –  Es werde voraussichtlich am Samstag per Kurier direkt an meine Wohnadresse nachgeliefert. Zum Glück hatte ich alles, was mir wichtig schien, im Handgepäck verstaut. Auf die Souvenirs und das Tauchmaterial kann ich also gut noch etwas warten. Ich habe mir übrigens auch ein „Souvenir“ mitgebracht. (Ja, ich habe bereits einen Termin in der Augenklinik.)

Auge

Auge

Zurück zur Heimreise: Aus dem geplanten acht-stündigen Aufenthalt in Dubai wurde leider nichts. Schuld daran war der mehr als sieben-stündige, unfreiwillige Zwischenhalt im Flugterminal in Nairobi. Wegen des rechten Triebwerkausfalls kurz nach dem Start, kam es zu einer ausserplanmässigen Landung in Nairobi. Dort sassen wir alle im Gate fest. – Mit viel Überredungskunst gelang es mir, zusammen mit einer Zimbabweanerin aus England, den Immigration-Officer so weit zu überzeugen, dass wir kein Visa bräuchten, nur um einen Kaffee zu organisieren. Und schon ganz bestimmt nicht morgens um 03.00 auf einem geschlossenen Flughafen. Mit etwas Glück konnten wir beide kurz raus. Das Gate durfte aber dann bis zum Abflug nicht mehr verlassen werden. – Immerhin gab es dort etwas zwischen die Zähne. Verdienten doch das abgestandene Wasser und das trockene Sandwich kaum die Bezeichnung „Zwischenverpflegung“.

Warten in Nairobi

Warten in Nairobi

Klare Sicht über Dubai

Klare Sicht über Dubai

Trotz des mühsamen Zwischenstopps in Nairobi, erwischte ich meinen Anschlussflug. Dank einer netten Stewardess und einem Privat-Shuttle wurde aus den „55-Minuten-Ground-Time“ ein „25-Minuten-Flugzeugwechsel“. Aus diesem Anschluss-Flugzeug heraus sah ich sowohl den Sonnenaufgang, wie auch den Sonnenuntergang.

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Dieses Abenteuer ist nun zu Ende. Ich freue mich aber auf ein weiteres Mal in Afrika. Ich hoffe, dass ich euch Land und Leute etwas näher bringen konnte. Es wäre schön, wenn der eine oder andere User mich dann auch wieder virtuell begleiten mag.


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Lusaka

Alles hat ein Ende…. So buchte ich den Nachtbus zurück nach Lusaka. Gegen fünf Uhr in der Früh traf ich in der Gossner-Mission ein. Da ich mich erst für die folgende Nacht angemeldet hatte, machte ich es mir auf dem Sofa gemütlich, das ich auf einer Veranda entdeckt hatte. – Keine zehn Minuten später eilte eine Frau aus dem Haus auf mich zu. In den Händen trug sie ein Tablett darauf eine Tasse Kaffee und Toastscheiben. Wer ich sei, was ich mache, wieso ich nicht im Haus schlafe, fragte sie mich, während sie mich ununterbrochen aufforderte, zu essen und zu trinken. So aufmerksam die Leute hier!

Gossner Mission

Gossner Mission

Etwas später erfuhr ich von ihr, dass sie Vollwaisen unterstütze und deshalb regelmässig ihre „Homebase“ in der Gossner-Mission einrichte. –  Sie fragte mich, ob sie mir in den nächsten Tagen die Stadt zeigen dürfe. Aber gerne doch! Wie kann man am Morgen früh schon soooo wach und heiter sein?!

Stiefelverkauf

Stiefelverkauf

Ich erhielt also die perfekte Stadtführung. Besonders der Markt in der Nähe der ersten und bis anhin einzigen Strasse hier, hatte es mir angetan. Es gab einfach alles. Wirklich alles! Sogar Feuerwehrstiefel! 😉

Markt in Lusaka

Markt in Lusaka

Der „Roma-Park“ erstaunte mich dann doch sehr. Hier bauten wohlhabende, reiche Ausländer innerhalb der Stadt, eine umzäunte, eigene Stadt. Europäischer Luxusstyle. Zwei Schritte vor dem „Stadttor“ sassen Kinder ohne Schuhe am staubigen Strassenrand und verkauften Bananen, während drinnen ein Swimmingpool bis zu acht Mal am Tag gereinigt wurde… Einfach nur krass, das Ganze!

Roma-Park

Roma-Park

Leider war das nicht die einzige krasse Erfahrung in Zambia. Mit dem Minibus besuchte ich die APTERS-Station im Universitätsspital. (http://www.zambiasocietytrust.org.uk/apters.html) Hier bauen Menschen, die zuvor an Polio erkrankt waren und jetzt körperlich behindert sind, aus Altpapier Gehhilfen und Rollstuhleinsätze für Kinder, welche ebenfalls an Polio erkrankt sind. Ein Projekt, das traurig macht und sehr berührt… Besonders, weil sich da, im Spital, alle Patienten selber verpflegen müssen, so schlafen die Angehörigen meist unter den Spitalbetten und kochen draussen ein karges Essen. Dazu dürfen sie sich an dem Gemüse bedienen, das vor dem Gebäude zwischen all dem Abfall und Müll spärlich aber trotzig gewachsen ist…

Minibus in Lusaka

Minibus in Lusaka

Zum Abschluss befolgte ich den Tipp eines guten Bekannten. Er riet mir zu einem Besuch der „Henry-Tayali-Art-Gallery.

Gallerie

Gallerie

Die Kunstwerke von Aubrey Chali fielen mir sofort auf.  Seine ganz besonderen Farbkompositionen sprachen mich an. Ich beschloss, den Künstler in seinem „Atelier“, das nur 200 Meter von der Gallery entfernt war, zu besuchen. Wie das „Tacheles“ in Berlin oder die „Reitschule“ in Bern, hat auch Lusaka eine Art Unterkunft für Kunstschaffende: AAWW“.

ART ACADEMY WITHOUT WALLS

ART ACADEMY WITHOUT WALLS

Leider waren dann doch alle Bilder zu gross und eine Statue zu schwer, als dass ich sie als Souvenir hätte in die Schweiz mitnehmen können. Dies erklärte ich Aubrey. Er verstand sofort, und bat mich in zwei Stunden noch einmal vorbeizukommen. Nur zu gerne verbrachte ich die folgende Zeit im nahegelegenen Café „Zebra“. Ein wirklich eindrückliches Plätzchen…

Zweieinhalb Stunden später hielt ich ein traumhaftes Bild in den Händen. Genial. Auch das Format war jetzt ideal. Nun musste ich mich aber beeilen, damit ich mein bestelltes Taxi noch erreichte.

Audrey Chali

Audrey Chali

In der Gossner-Mission stand mein Essen schon bereit. Danke! – Fünf Minuten später war auch das Taxi da. Doch da sass schon jemand drin?! – Dieser Kunde müsse ebenfalls zum Flughafen, informierte mich der Taxifahrer… ja … klar … kein Problem. Leider sprach mein Mitfahrer dann aber kein Wort mit mir… – Dafür aber war der Taxifahrer umso kommunikationsfreudiger.

Am Flughafen verabschiedete ich mich dann von einem weiteren, neuen „Lieblingstaxifahrer“. Nach dem Einchecken sitze ich nun in der Wartehalle und verfasse diesen Blog.

Wartehalle Lusaka

Wartehalle Lusaka

Ich glaube das wars…


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S-A-F-A-R-I

Während sich mein Aufenthalt in Afrika langsam dem Ende zuneigte, erlebte ich noch einen Höhepunkt. (Nebst demjenigen der Wanderung zu den Wasserfällen). Ich buchte eine Safari in Botswana! Drei Tage, zwei Nächte. „All inklusive“, das heisst, es gab Übernachtungen im Busch (!), also im Zelt.

Eigentlich kann ich hierzu gar nichts schreiben. Es fehlen einfach die Worte… Ich denke, man sollte es selbst erleben dürfen. Fotos? Aber sicher! Klar doch! Jede Menge sogar! Ich hoffe, ihr bekommt so auch etwas von diesem, meinem absoluten Afrika-Highlight mit. Freie Tiere, unberührte Natur, übergeordnete Gesetze! Unbestritten mein Ding! In diesem Sinn: Wo Worte fehlen, lass Bilder sprechen.

Hier eine kleine Auswahl meiner Fotos:

Affen

Affen

Büffel

Büffel

Camp

Camp

Elefanten

Elefanten

Geier

Geier

Giraffen

Giraffen

Krokodildame beschützt das Gelege

Krokodildame beschützt das Gelege

Kudus

Kudus

Landschaft und ich

Landschaft und ich

Löwen

Löwen

Impalas

Impalas

Nilpferde

Nilpferde

Selfie-Stick und meine Begleiterinnen

Selfie-Stick und meine Begleiterinnen

Sonnenuntergang im Camp

Sonnenuntergang im Camp

Toter Elefant

Toter Elefant

Wildhund

Wildhund

Zebra

Zebra


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Livingstone und VictoriaFalls

Luxusbus von Lusaka nach Livingstone

Luxusbus von Lusaka nach Livingstone

Nach zwanzig Stunden Klapperbusfahrt und zusätzlichen vier Stunden Aufenthalt in Lusaka, stieg ich in einen “echten Luxusbus” nach Livingstone um. Zu meiner Überraschung erhielt ich wenige Minuten nach der Abfahrt ein Willkommensgetränk. Wow!  Nicht genug damit, bereits eine knappe halbe Stunde später wurde uns eine Auswahl an aktuellen Zeitungen offeriert!

Hotelpool

Hotelpool

Nicht weniger erstaunte mich das “Backpacker” in Livingstone. Es gab da sogar einen Swimmingpool! So herrlich! Hier konnte ich also getrost die nächsten Tage verbringen…

VictoriaFalls von Zambia

VictoriaFalls von Zambia

Am nächsten Morgen führte mich mein Weg zuerst von der sambischen Seite her zu den Victoria-Fällen. – Leider empfand ich die Wasserfälle als nicht sehr imposant. Kein Wunder herrschte hier doch jetzt Trockenzeit, was zur Folge hatte, dass das Einzugsgebiet des Zambezi ebenfalls trocken war. Aber dann sah ich sie: Die atemberaubende Schlucht, welche sich mehr als hundert Meter in die Tiefe erstreckte! Nebst der Schlucht wird mir auch die Wanderung auf den Wasserfällen, am Rand des Abgrunds, in immerwährender, eindrücklicher Erinnerung bleiben. – Ein Bad im Devilspool kostete 150 US-Dollar! Also entschieden wir uns dafür, ca. zwanzig Meter entfernt, in einem viel billigeren, aber eben auch inoffiziellen, Pool zu baden. Ich genoss es.

Neben dem DevilsPool

Neben dem DevilsPool

Ich machte noch schnell ein Foto von der Brücke, von der ich übermorgen meinen allerersten “Bungeejumping-Sprung” zu tätigen gedachte. Wieso allerdings eine “Green-Wall” mitten im Victoria-Falls-Park stand,  wird mir wohl für immer ein Rätsel bleiben. Denn, welche, zum Teil von weit her gereisten Leute, wollen ein Foto, von einer grünen Wand haben, welche später erst vom Computer mit den Wasserfällen bestückt wird?

Greenwall (?!)

Greenwall (?!)

Dass der kommerzielle Tourismus in Livingstone omnipräsent ist, zeigte sich nicht nur an den unzähligen Händlern, welche ausnahmslos alle etwas zu verkaufen hatten. Mein „sorry-my-english-is-bad-i-am-from-sweden” wirkte aber sehr schnell und zuverlässig. Irgendwie konnten die sprachgewandten Verkäufer nämlich alle Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. (Und wahrscheinlich noch viele andere Sprachen mehr!) Besonders schlimm erlebte ich übrigens den kommerziellen Tourismus da, als kurz vor Mittag, als eine Gruppe “Allianz-Reisender” die “Victoria-Falls” parcours-mässig, innert zweier Stunden -mit Selfie-Sticks und Smartphones bewaffnet – absolvierten. “Stress pur, das wäre wirklich nichts für mich,” dachte ich leise vor mich hin, froh, den Luxus Zeit zu haben, und es anders machen zu können.

Touristenherde

Touristenherde

Nach einem überaus leckeren Nachtessen “Beim Italiener”, – es gab Bruschetta, Pizza und Tiramisu -, kehrte ich anschliessend noch zu einem gemütlichen Umtrunk im “Jollyboys” ein. Was für ein perfekter Tag!

Bruschetta

Bruschetta

Pizza

Pizza

Tiramisu

Tiramisu

Aber es wurde noch besser, nämlich am nächsten Morgen: Nach ausgiebigem Ausschlafen, beschloss ich, mit einem Holländer, den ich zuvor kennengelernt hatte, die Fälle auf der Zimbabwe-Seite anzuschauen. Ich hielt es fast nicht für möglich, aber dort gab es wirklich Wasserfälle! “Mosi-oa-tunya” auch “The smoke that thunders” genannt. Soooo imposant! Mir fehlten die Worte!!!

VictoriaFalls von Zimbabwe

VictoriaFalls von Zimbabwe

Während ich auf dem Hinweg abwechselnd in Zambia oder Zimbabwe gehen musste, konnte ich auf dem Rückweg mit je einem Fuss in je einem der beiden Ländern stehen. Unterwegs erzählte mir eine einheimische Frau folgende Geschichte: Weil in Zimbabwe die Steuern viel tiefer sind als in Zambia, kaufen viele Leute den Zucker, das Mehl und das Engima in  Zimbabwe ein, um es dann per Fussweg oder auf dem Velo über die Grenze zu bringen. Manchmal sind das mehrere Säcke voll! Ein durchaus rentables, aber auch gutes Stück Arbeit also.

Brücke rechts

Brücke rechts

Brücke links

Brücke links

Beim “Zurückbummeln” fand ich eine Art “BurgerKing” mit dem lustigen Namen “Hungry Lion”. Ganz dem Land angepasst, fand ich das sehr originell.

Afrikanischer McDonalds

Afrikanischer McDonalds

Überaus europäisch muteten mich die Weihnachtsdekorationen in den Supermärkten an. Unter anderem fielen mir die Plastik-Tannenbäumchen auf. Ich musste ein bisschen schmunzeln über so viel Kitsch.

Weihnachten in Livingstone

Weihnachten in Livingstone

Zur besseren Orientierung zeige ich euch hier ein, – von Hand gearbeitetes – Relief von den “Livingstone” und den “Victoria-Falls”:

Relief gesamte Stadt

Relief gesamte Stadt

Relief VictoriaFalls

Relief VictoriaFalls


Ein Kommentar

Mpulungu und Mbala

Da ich in Mpulungu die Zeit nicht einfach ungenutzt verstreichen lassen wollte, suchte ich einen Zeitvertreib. Gerade jetzt waren nämlich die Blogeinträge auf dem neuesten Stand. Von verschiedenen Reisenden wurde mir das „Moto Moto Museum“ in Mbala empfohlen. Zwar liegt dieses ungefähr vier Kilometer ausserhalb von Mbala und bereits Mbala ist über eine Stunde Autofahrt von Mpulungu entfernt… Aber was konnte ich an diesem Regentag sonst schon tun?

Regenzeit in Mpulungu

Regenzeit in Mpulungu

In Mpulungu war die Regenzeit inzwischen in vollem Gange. Nur um wenige Tage hatte ich ihr entfliehen können. Die Rückkehr aber war, wie gesagt, unumgänglich.

Auch im Minibus regnet es...

Auch im Minibus regnet es…

Das „Moto Moto Museum“ hielt alles, was mir versprochen wurde. Von den ersten Menschen, über die Kolonialzeit bis zur Unabhängigkeit wurde alles lückenlos ausgestellt, gezeigt und dokumentiert. Beim Porträt des aktuelle Präsidenten hing sogar ein kleiner Vermerk darüber, dass er vor wenigen Wochen verstorben sei. „Ganz top, vorbildlich geführt und unterhalten dieses Museum“, stellte ich angenehm überrascht fest. So ganz anders, als die afrikanische Mentalität, welche ich bis anhin kennengelernt hatte!

Eingang Moto Moto Museum

Leider verbot ein grosses Schild schon am Eingang sämtliches Fotografieren. Deshalb gibt es hier nur ein Foto: Eine Aussenaufnahme vom Museum.

Grosse Kinder

Grosse Kinder

Der nächste Tag brachte ein wenig Sonnenschein mit sich! Ausserdem meldete sich eine „Peacecorps-Volonteer-Frau“ bei mir. So kam es, dass wir den Tag zu viert, – sie nahm zwei Nachbarskindern mit – in Mpulungu verbrachten. Die Kinder genossen alles sehr. Diese waren noch nie ausserhalb des Busches gewesen.

Kleine Kinder

Kleine Kinder

Nach dem allabendlichen Stromausfall, – weil es immer jemanden gab, der „vergass“, im „Harbour Inn“ die Stromcodes einzutragen, – konnte ich dann doch noch meine wenigen Sachen zusammenpacken. Am nächsten Tag würde mein Bus ungewöhnlich früh, nämlich schon am späten Vormittag abfahren. Zurück zum Strom: In Afrika verhält es sich so, dass niemand Stromrechnungen bezahlt; deshalb führte die Betreibergesellschaft eine Art Prepaid-Stromkasten ein. Die Codes dafür können „irgendwo am Ende einer Stadt“ gekauft werden. Wie allerdings die Leute aus dem Busch ihre Strom-Codes „kaufen“, zeigt sich anhand der vielen Überbrückungskabel. Hier ein Bild eines tansanischen Prepaid-Strom-Zählers, wie er an jeder Hausfassade zu finden war.

Prepaid-Stromkasten

Prepaid-Stromkasten

Wie erwartet, wurde ich nicht von einem „Luxusbus“  abgeholt. Immerhin, war aber die Frontscheibe ganz, und die meisten Reifen hatten noch Profil…

Bus nach Lusaka steht in Mpulungu bereit

Bus nach Lusaka steht in Mpulungu bereit

Mit diesen ersten Eindrücken fing also meine zwanzig-stündige Busfahrt an. Bereits nach acht Stunden Fahrt konnte ich während eines Zwischenstopps, den Sonnenuntergang geniessen.

Windfang

Windfang

Meine „Windstopp-Konstruktion“ (Tuch ersetzt fehlende Fensterscheibe) bewährte sich genauso wie meine Kopfhörer. Das heisst, ich konnte bis in die frühen Morgenstunden vor mich hindösen. Inzwischen warte ich auf den nächsten Bus: „Lusaka-Livingstone“.

Zwischenstopp

Zwischenstopp


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Unser Boot

Letzte Stunde Minibus: Mbala – Mpulungu

Gestern, gegen 06.00 Uhr in der Früh, traf ich mit dem Minibustaxi in Mpulungu ein. Die Gegend, wie ich sie sah bei meiner Ankunft, war fantastisch! Zuerst glaubte ich, gar nicht in Mpulungu zu sein. Die graubraune, trockene Landschaft hatte sich in einen satten, grünen Wald verwandelt, welcher sich rund ums Fischerdorf wand! Natürlich führte mein erster Weg geradewegs zum „Departement of Fisheries“. Dort, – war vereinbart -, sollte unser Boot nach der Reparatur eingelagert werden. Leider war weit und breit keine Spur vom Boot zu sehen. Die Enttäuschung war nicht riesig, nein, aber doch irgendwie da, weil ich ja ausschliesslich des Bootes wegen noch einmal nach Mpulungu zurückgereist war. Also schlenderte ich im Morgengrauen zur Werft.

Boot in der Reperatur

Boot in der Reperatur

Da fand ich dann auch unser Boot. Kurz und bündig: Das Boot lag noch genauso da, wie ich es am Abend des 14. Novembers verlassen hatte….. T-I-A, THIS IS AFRICA!

Neues Gästehaus von Harbour Inn

Neues Gästehaus von Harbour Inn

Für mich hiess das, ich werde also, zum Wohle der nächsten Forschungsgruppengeneration, noch einige Tage in Mpulungu verbringen müssen, um „zum-Rechten“ zu schauen. Immerhin, … so konnte ich wenigstens nochmal das „Harbour Inn“ besuchen. Kein Zweifel, es ist inzwischen definitiv zu meinem „Lieblingsrestaurant-mit-Guesthouses-und-Bar“ geworden.

Internet-Café: "Mpulungu City"

Internet-Café: „Mpulungu City“

Und etwas Gutes hatte die Sache ja auch sonst noch. Hier, in Mpulungu, hatte ich dann auch endlich wieder einmal etwas Zeit, am einen und anderen Blog zu arbeiten.

Mpulungu in grün

Mpulungu in grün

 


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TAZARA (Tanzania-Zambia Railway)

Ja, nun war auch der letzte Tag hier auf Zanzibar angebrochen.

Postkartenschreiben auf Zanzibar

Postkartenschreiben auf Zanzibar

Nach einer Einladung zu einem wunderbaren Nachtessen gestern Abend, genoss ich den Tag zwischen Stonetown und Strand. Es war einfach herrlich! Weil die TAZARA aber vor Ankunft der ersten Fähre Dar-es-Salaam verlässt, musste ich die Nachtfähre nehmen. Ich war ganze neun Stunden unterwegs. (Die Tagesfähre hätte nur 1,5 Stunden gebraucht…)
Die Überfahrt verlief aber problemlos. Einzig, der immer wieder aufs Neue, eingeschaltete Airconditioner, holte mich sporadisch aus dem Schlaf.

Blick aus der Nachtfähre

Blick aus der Nachtfähre

Das TAZARA-Ticket hatte ich schon früher gekauft, damals auf meiner Irrfahrt durch Dar-es-Salaam… – First Class. Zusammen mit drei anderen Touristen. Heute um 08.30 Uhr war Boardingtime. So fand ich mich 1,5 Stunden vor Abfahrt im TAZARA-Gebäude ein. Ein pompöser Bau!

TAZARA Bahnstation Dar-es-Salaam

TAZARA Bahnstation Dar-es-Salaam

Für afrikanische Verhältnisse ungewöhnlich früh, fuhr der Zug ein. Irgendetwas konnte da doch nicht stimmen? Ein afrikanisches Verkehrsmittel war eine Minute VOR der angegebenen Ankunftszeit bereits da??? Aber auch die anderen Mitreisenden in der First-Class-Lounge konnten nichts Auffälliges entdecken. Keine Ironie. Alles schien mit rechten Dingen vorzugehen.

Warten auf die Ankunft der TAZARA

Warten auf die Ankunft der TAZARA

Erstaunt und gleichermassen fasziniert blickte ich durch das gelbliche Glas unserer Lounge nach draussen, auf den Bahnsteig. Was da los war! Rushhour im Zürcher Hauptbahnhof ist geradezu tiefenentspannt dagegen. Über die Bahngeleise wurden Tiere aus Waggons gescheucht, während Kinder völlig panisch ihre Eltern suchten, drängten sich Taxis durch die Menschenmenge welche sich auf dem Bahnsteig aufhielt. Frauen und Männer zogen und zerrten aus jedem einzelnen Zugfenster immer mehr Taschen, Säcke und Körbe… Leider viel zu spät erinnerte ich mich daran, dass ich eigentlich Fotos machen wollte, so gebannt war ich von dem Geschehen!

Zugeinfahrt

Zugeinfahrt

Nun wurde mir auch klar, wieso den Menschen, welche abreisen wollten, der Weg durch Gitter versperrt wurde. – So eingesperrt, sah das zwar recht unmenschlich aus, war aber zum Schutz aller dringend notwendig. Zudem gewährte es, eine minimalste Ordnung aufrecht zu erhalten.

Menschenmenge

Menschenmenge

Die Menschenmenge war lange schon vorbeigezogen, und hatte sich aufgelöst. Wir aber warteten immer noch. Mit den ebenfalls wartenden Deutschen- und Schweizer-Fristclass-Passagieren gestaltet sich das Warten in der Lounge als sehr kurzweilig und angenehm.

Bahnwaggon 3027

Bahnwaggon 3027

Dann endlich: Einchecken und beziehen der „Kojen“. Eigentlich war das Prozedere sehr speditiv und ganz angenehm. Vier Betten und ein Ventilator. Weder das Licht, noch die Steckdose funktionierten. Aber wer braucht das schon?

Schlafpritsche

Schlafpritsche

Ja, der Zug fuhr dann noch lange nicht. Genügend Zeit um Speisewagen, Waschraum und Toilette zu besichtigen. – Während letztere ein fensterloses, leeres Wasser(?!)-geflutetes „Appartement-mit-Loch-im-Boden“ war, entpuppte sich der Speisewagen als sehr edel. Sogar Tischtücher gab es da! Die Getränke an der Bar fühlten sich eiskalt an! Das vorzügliche Essen wurde uns ins Appartement geliefert wo wir es in vollen Zügen genossen! Später nahm der Kellner jeweils vormittags die Bestellungen des Tages auf. Zur Essenszeit wurde dann direkt im Appartement serviert.

Feuer an der Bahnlinie

Feuer an der Bahnlinie

Ausser dem Essen entzückten uns die stoischen Tiere an der Bahnlinie und einmal mehr der Sonnenuntergang!

Sonnenuntergang aus dem Zug

Sonnenuntergang aus dem Zug

Übrigens, empfand ich das gleichmässige Schaukeln während der Zugreise eher als entspannend, denn als nervend. – Geschichten über so starkes Rütteln, dass Menschen aus dem Bett gefallen seien, halte ich dann doch für sehr übertrieben.

Abfahrtsplan Mbeya

Abfahrtsplan Mbeya

Mit knapp drei Stunden Verspätung traf der Zug in Mbeya ein: „Aus! Schluss! Fertig! 200 Meter geklaute Schienen!“, klärte mich ein etwas deutsch sprechender Namibier auf. – Was nun? – Ich wäre nicht „Julian-in-Afrika“, suchte ich nicht nach Alternativen. Also ging es kurze Zeit später schon, über „Trampelpfad“-Strassen in verschiedene Minibusse umsteigend, bis zur Grenze Sambias. Ein wahres Erlebnis der besonderen Art! Nicht nur, weil 24 Leute auf 15 chinesisch-ausgemessenen Sitzplätzen sitzen mussten, da war ja auch noch das ganze Gepäck und „Sonstiges“.

Ein "leerer" Minibus

Tage später: Ein „leerer“ Minibus in Mpulungu

An der Grenze dann das grosses Erstaunen: Fingerabdruckscanner und Gesichtserkennung! – Alles lief schnell und koordiniert ab. Kein Problem, auch dank meinem Study-Permit. Das Chaos ereilte mich mit meinem ersten Schritt auf Sambischem Boden: Ausnahmslos jeder Taxifahrer wollte mich irgendwohin fahren. Ich hatte natürlich keine Ahnung wo/wie/was. Gefühlte zehn Taxifahrer verfolgten mich, so dass ich beschloss, in einer Wechselstube Zuflucht zu suchen… – Der „Währungshändler“ war sehr kommunikativ und zeigte mir alle Möglichkeiten auf, welche jetzt für mich in Frage kommen könnten. Ich entschied mich für Taxi bis Kasama und von da aus mit dem Fernbus nach Mpungu. – Ein Taxifahrer war schnell zur Stelle. Der Preis von knapp 40 USD war auch okay.  Allerdings fuhr das Taxi nicht… – Man warte auf Ausfuhrpapiere… auf WAS?!

Aufkleber an einem Minibus

Aufkleber an einem Minibus

Nach über einer Stunde warten, zog ich die Variante „Minibus“ vor. Da musste ich zuerst warten bis alles ordnungsgemäss verstaut war. Irgendwie fand ich dies aber immer noch interessanter und besser, vor allem mein Sicherheitsgefühl meldete Zufriedenheit.

Eine Stunde nach Sonnenuntergang fuhr der Minibus dann doch noch los. Übrigens steht auf jedem Toyota-Minibus „Hiace“. (Achtung: Autoexkurs: TOYOTA sind hier die gängigsten Autos, weil sie die billigsten sind. Qualitätsbewusste und Lastwagenbesitzer jedoch setzen aufgrund der langfristigen Nutzung und der vereinfachten Wartung auf VOLVO. Grosse Busunternehmen fahren SCANIA, da diese den höchsten Fahrkomfort bieten. Ab und zu sieht man auch verrostete VWs. Irgendwie will die aber jetzt niemand mehr fahren. Die meisten tragen ein „For sale“-Schild. Die reichen Fabrikeigentümer liessen früher BMWs importieren. Diese sieht man inzwischen selten oder gar nicht mehr.)

Der Überlandzubringer (Strasse) war in einem sehr, sehr schlechten Zustand! An Schlafen im Minibus war nicht zu denken. Selbst in der Nacht waren die Bauarbeiter unter chinesischer Anleitung am Arbeiten. Neben „unserer (nennen wir es gleichwohl) Strasse“ wurde tatkräftig an einer neuen geschuftet. Sprich: Es würde in absehbarer Zeit eine Fahrbahn geben, wie wir es kennen.

Gut ausgebaute Strasse - Morgens in Mbala

Gut ausgebaute Strasse – Morgens in Mbala

Zwanzig Stunden später: Es holperte der Minibus noch immer über den dunklen Pfad. Im Schrittempo von links- nach rechts fahrend, um den autoreifengrossen Schlaglöchern und den fussballgrossen Felsblöcken auszuweichen.

Endlich! Mbala in Sicht! Jetzt schnell den Minibus wechseln. Jedoch, das Beeilen beim Buswechsel zahlte sich gar nicht aus! Der Fahrer fuhr mindestens acht Runden durch die Stadt! Mit jeder Runde füllte sich der Minibus mehr! Irgendwann schlief ich erschöpft ein.

Einfahrt Mpulungu

Einfahrt Mpulungu

Stunden waren inzwischen vergangen, -wie mir meine Uhr sagte-, als der Bus abrupt stoppte. Keine Zusteigenden? Der Stopp wurde länger und länger! Und länger! – Ich öffnete die Augen: Mpulungu! Gott sei Dank! – Eigentlich will ich nur noch in ein Bett. Doch ich habe einen Auftrag: Ich muss erst herausfinden wie es um unser Boot steht.


Ein Kommentar

Zanzibar

„Peng, Peng, Preng! – Allah hu akbar! Allah hu akbar! Allah hu akbar!“
Es war einige Minuten nach 05.00 Uhr in der Früh und ich stand im Bett! Was dröhnte denn da aus allen Himmelsrichtungen?! – Vorsichtig schob ich den Vorhang etwas zur Seite… Ein Minarett. Ohne Muezzin. Dafür aber mit riesigen Lautsprechern. – Gestern, in der Nacht, hatte ich von all dem noch nichts gesehen…

Minarett

Minarett

Ein Blick auf den Stadtplan verriet mir, dass ich mich zwar am Rande vom Stonetown (sicherste Gegend weitherum, sagt man) aber im Akkustikradius von mindestens drei Minaretten befand. – Zanzibar ist zu 98% muslimisch!

Stadtplan

Stadtplan

Wie auch immer… Ich war am 21/11/2014 heil in Zanzibar angekommen, und werde die nächsten Ferientage hier (ausschlafenderweise jetzt neu) MIT Ohropax verbringen…

Frühstück

Frühstück

Zuerst machte ich mir ein währschaftes Frühstück. (Ja, ich kann auch ohne Mikrowelle kochen!) Dann meldete ich mich bei einem Freund der Botschaftsmitarbeiterin. Er wollte mir sehr gerne Stonetown zeigen. – Stonetown heisst die, aus Korallenkalk erbaute Altstadt, welche früher als Sklavenexport-Drehscheibe diente. Ebenfalls vor langer Zeit residierten hier auf Zanzibar auch die Sultane von Oman.

Stonetown-Tour

Stonetown-Tour

Am Nachmittag fuhren wir mit dem Taxi ins Inselinnere auf eine Gewürzplantage. Von den indischen, afrikanischen und arabischen Einwanderern wurden alle möglichen Gewürze mitgebracht und angepflanzt. Nicht umsonst nennt man Zanzibar auch die „Insel der Gewürze“.

Spice-Tour

Spice-Tour

Spice-Tour-Guides

Spice-Tour-Guides

Bevor ich in das Appartement zurückging, genoss ich den Sonnenuntergang auf der Sunsetbar-Terasse. Da traf ich zwei powerige, deutsche Frauen. Diese luden mich spontan zu einem Ananassaft ein. Wir hatten es sehr lustig miteinander. (Nie hätte ich gedacht, dass diese kurz vor dem Pensionsalter standen!)

Sonnenuntergang im Indischen Ozean

Sonnenuntergang im Indischen Ozean

Am Abend besuchte ich mit einigen Mitarbeitern der Partnerorganisation der Schwedischen Botschaft den Nachtmarkt. Ein Erlebnis! Vor allem beim Zusehen der Köche, wenn sie „Zanzibar-Pizzas“ auf ihren kleinen Campingtischen zubereiteten. Wahre Künstler! Faszination pur!

Nachtmarkt

Nachtmarkt

Weiter gings am nächsten Morgen mit einer Tour durch den einzigen Wald auf der Insel. Dieser geschützte Ort dient als Heimat für „Rotrückenaffen“. Dieser Wald, diese Umgebung…  So muss das Gefühl im Dschungel sein!

Jozani National Park

Jozani National Park

Am Nachmittag war ich mit den beiden deutschen Frauen zum Schwimmen im Indischen Ozean verabredet. Es war traumhaft! … bis … plötzlich aus dem Nichts eine Fähre am Badestrand einfuhr! … Hallo?! … Hier baden Leute!!! … Sehen die uns nicht?!

Autofähre am Badestrand

Autofähre am Badestrand

So zogen wir uns zurück auf die Terrasse des Hotels, in dem die beiden deutschen Frauen untergebracht waren. Sie meinten, da ich ein armer Student und Backpacker sei und sicher schon lange nichts „Richtiges“ mehr gegessen hätte, würden sie mich gerne zum Nachtessen einladen. – Ich liebte was die Insel aus den Menschen machte!

Sonnenuntergang von der Hotelterasse

Sonnenuntergang von der Hotelterasse

Nach einem schmackhaften Mahl, bestehend aus grünem Salat, dunklem Vollkornbrot, Ravioli, und vielem mehr, unterhielten wir uns bis tief in die Nacht. Sie würden am nächsten Morgen in einen anderen Teil der Insel reisen. Dann gute Weiterfahrt und danke für den tollen Abend!

Nachtessen, Vorspeise

Nachtessen, Vorspeise

Ich meinerseits werde den Rest der Woche am Strand verbringen und mich ausruhen und einfach geniessen. Im nächsten Blog werde ich dann über die Fähre und die Reise nach TAZARA zurück auf Zambia berichten.


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Mwanza – Dar-es-Salaam

Die Überfahrt per Fähre und die restliche Busfahrt verliefen dann relativ unspektakulär. Die Nacht jedoch, war schon sehr afrikanisch gewesen: Müde Männer auf den Sitzen schlafend, schreiende Kinder in den Gepäckablagen liegend und fleissige Frauen am Boden kochend. Die Landschaft? War atemberaubend! An die Feldformationen erinnere ich mich noch jetzt ganz staunend.

Überfahrt mit der Fähre

Überfahrt mit der Fähre

Zum Glück hatte auch diese Busfahrt einmal ein Ende! Ausser mit sprachen nur zwei Muzungus und ein Pastor Englisch, während der Busfahrer lediglich ein paar wenige Brocken Englisch verstand. Aber unter den 60 Passagieren war ein kongolesischer Handelsmann, der sprach doch tatsächlich Französisch! Eine grosse Ausnahme!

Unser Bus - FALSCHE SEITE

Unser Bus – FALSCHE SEITE

Per Taxi gings dann ins „St. Dominic Pastoral Center“. Ein wunderschönes, preiswertes und super gelegenes Hotel, inmitten der Stadt.

St. Dominic Pastoral Center

St. Dominic Pastoral Center

Während meine Mitreisenden, vom afrikanischen „Explosionsdurchfall“ geplagt, in ihre Betten versanken, machte ich mich auf den Weg zur Reception. „Die wissen sicher, wie ich morgen oder übermorgen am Besten nach Dar-es-Salaam fliegen kann“, dachte ich mir. Leider war die Reception gerade nicht besetzt. Dafür traf ich auf Sofa in der Lobby auf Francisco, Er arbeitete bis dahin als Volontier in einem Zentrum für Albinos. Heute sei sein letzter Tag. Morgen reise er ab. Ob ich nicht Lust auf einen Stadtrundgang hätte, fragte er mich. Und wie ich hatte! Sicher! Mein Schlafmanko wurde kurzerhand gestrichen.

Stadtzentrum

Stadtzentrum

Unterwegs wurde dann nebenbei, schnell, ein Flugticket gekauft. – Eigentlich ein hangeschriebenes Stück Papier. Wenn das mal gut geht…

"Flugticket"

„Flugticket“

Auch den Abstecher an den See möchte ich nicht missen. – Hier gab es auch endlich etwas richtig schweizerisches zu Essen. Chipsy Mayaya. Eigentlich Röschti. Mhhhhh!

Röschti

Röschti

Später, als ich zurück ins Hotel und in unser Zimmer kam, lagen da die beiden Unglücksraben immer noch tief in ihren Betten. Die hatte es echt schwer erwischt! Mir blieb nichts anderes übrig als wie sie, auf gute Besserung zu hoffen. Eigentlich wäre ja auch wirklich Bettwetter… Dieser Regen dauerte jetzt schon ewig! Ich hatte Glück und blieb während der letzten paar Stunden halbwegs trocken, weil ich immer wieder in der Nähe eines schützenden Dachs vorbeikam und mich kurz unterstellen konnte.

Regenzeit am Victoriasee

Regenzeit am Victoriasee

Morgen werde ich nach Dar-es-Salaam fliegen. Jetzt aber freute ich mich erst einmal auf ein feines Nachtessen und dazu den guten einheimischen Wein; leider musste ich es heute für einmal alleine geniessen.

Wein

Wein

Nicht allzu früh fuhr ich mit dem Taxi zum Flughafen. Dort erwartete mich noch vor dem eigentlichen Gebäude eine Sicherheitskontrolle… Schuhe, Gürtel, Uhr und Portemonnaie mussten durchs Röntgengerät, während ich durch einen Metalldetektor delegiert wurde. Dass sich in meinem Rucksack, – welchen ich aufzugeben gedachte -, neben Nagelknipser, Nagelfeile, Zündhölzern auch noch ein Japanmesser befand, schien niemanden gross zu interessieren. Ich beschloss, die nächsten zwei Sicherheitskontrollen ebenfalls mit beiden Gepäckstücken zu passieren. Eigentlich recht interessant: Die Schuhe mussten weg, während das Gepäck kaum beachtet wurde…

Flughafen Mwanza

Flughafen Mwanza

Komischerweise startete mein Flugzeug pünktlich. (Das gibt es auch in Afrika!) Leider regnete es immer wieder ein wenig, so dass die vielen Wolken teilweise die freie Sicht auf die Serengeti einschränkten.

Wolkige Serengeti

Wolkige Serengeti

In Dar-es-Salaam folgten auch schon die nächsten Überraschungen. Vom Flugzeugsitz aus, bis auf die Rückbank des Taxis durften nicht mehr als zwei Minuten vergehen, weil: Die Taxifahrer hier bekamen der Reihe nach eine Nummer zugeteilt, welche sie zusammen mit ihrer Lizenz, an einer Schnur, befestigt um den Hals zu tragen hatten. So kam keiner zu kurz und es herrschte Gerechtigkeit. Ausserdem standen die Preise für die, am meisten angefahrenen Orte, an einer grossen, gut einsehbaren Tafel. Zurück zum Geschehen: Bis anhin war alles gut gegangen. Zwischendurch hatte ich sogar genug Zeit, um noch schnell das Ticket zu buchen und bezahlen. Jetzt konnte es losgehen! Auf zur TAZARA. Tanzanian-Zambian-Railway.

TAZARA-Ticket

TAZARA-Ticket

Weiter ging es zur Fährstation. Zuvor ging ich kurz in eine Bank. Ein grosser Fehler! Ich zog sie magisch an, diese…diese „Aasgeier“ (sprich: *Reisebüro-Agenten*)! Weil sie nun wussten, dass ich über Geld verfüge, stürzten sie sich gnadenlos auf mich. Mir wurde nur allzu schnell klar, warum… Ich hatte soeben die letzte, auslaufende Fähre für heute verpasst.
Ein Händler erklärte mir, dass ich für ein „wenig-mehr-als-den-doppelten-Fährpreis“ auf Zanzibar fliegen könnte. Hier, in Dar-es-Salaam wollte ich unter keinen Umständen bleiben! Zu viele Horrorgeschichten wurden mir bereits im Vorfeld erzählt. Von Kriminalität, und wie schnell man sich in so einer Geschichte wieder finde. Ich hatte in den letzten Tagen definitiv zuviel davon mitbekommen! Ich wollte weg! Kurz entschlossen buchte ich den Flug. In knapp 40 Minuten würde das Flugzeug abheben. Jedoch, der Clou an der Sache war: Die Fahrt von der Fährstation zum Flughafen dauere mit dem „normalen“ Taxi wegen des vielen Verkehrs, mehr als 40 Minuten… Es gäbe da aber eine Lösung… So wurde mir ein, -im Preis inbegriffener-, Höllenritt auf einem Motorrad-Taxi zum unvergesslichen Erlebnis. Ich behaupte, dass ich dem Tod (in Form von entgegenkommenden Autos, riesigen Schlaglöchern, und vielem anderem) noch nie so direkt in die Augen geschaut habe… Noch auf dem Motorrad schwor ich mir, NIE, NIE, NIE wieder in Tanzania ein Motorrad-Taxi zu buchen. Der Verkehr hier ist „Dauer-Rushhour“! Ich selbst hatte etwas derart Abartiges noch nie zuvor gesehen! – Aber es gibt sie ja noch zum Glück, die gemütlichen Busfahrten in Afrika!

Start der Propellermaschine

Start der Propellermaschine

Am Flughafen setzte mein inzwischen stark belastetes Herz einen Herzschlag lang aus. SICHERHEITSKONTROLLE! Nun also. Lange Rede, kurzer Sinn: Auch hier wurde nichts beanstandet. Mit einer Propellermaschine flogen wir in den Sonnenuntergang. Zanzibar ich komme!

Sonnenuntergang vom Flugzeug aus

Sonnenuntergang vom Flugzeug aus

Kurz nach der Landung wählte ich die erste Nummer auf der „Homestay-Telefon-Liste“ an, welche ich von der schwedischen Botschaftsmitarbeiterin erhalten hatte. Ich wählte die zweite Nummer. Ich telefonierte, aber die Ernüchterung folgte umgehend. Extreme Überteuerung! Ausgebuchte Zimmer. Nicht mehr vermietbare Räume, aus welchen Gründen auch immer. Und ganz häufig: einfach keine Antwort. – So stand ich nun, – in der bereits dunklen Nacht -, alleine mit geschätzten hundert Taxifahrern, am Flughafen von Zanzibar. Ohne brauchbares Dach über dem Kopf… Ich rief die Botschaftsmitarbeiterin an. – „Kein Problem. Sicher. Sehr gerne.“ Ich sollte ihr einen Taxifahrer ans Telefon holen…Keine dreissig Minuten später befand ich mich ziemlich genau in der Mitte, zwischen der Fährstation (welche Ironie) und dem „Grand Palace Hotel“, im „3-Zimmer-Ferien-Appartement“ der Botschaftsmitarbeiterin. Sie hatte mich ausdrücklich aufgefordert, ungeniert alles was ich bräuchte in ihrer Wohnung zu benutzen. Aber das Beste daran war, sie wollte nichts dafür! Sie stellte mir alles gratis zur Verfügung! Ich war rundum happy!

Appartement

Appartement

Komplett erschöpft aber unendlich zufrieden schlief ich auf dem weichen Doppelbett ein. Zuvor versicherte mir der Hauswart und Eigentümer des Hauses, dass er selbst die Nachtwächter des „Grand Palace Hotels“ engagiert hätte und dass mir im 2. Stock sicher niemand etwas anhaben könnte. Allgemein sei die Insel einer der sichersten Orte dieser Welt…


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Gehts noch schlimmer? – Per N.S.L.- Express nach Mwanza

Schon gestern kauften wir unsere Bustickets. Die zwei, uns empfohlenen, Gesellschaften waren bereits ausgebucht. Deshalb buchten wir also bei N.S.L. Das Bookingoffice sah gepflegt und aufgeräumt aus. Der Bus werde um 05.00 Uhr „Check-in“ haben und fahre eine Stunde später los. So wurden wir informiert. Alles tönte super.

Busticket

Busticket

Früh am Morgen, noch im Dunkeln, holte uns das bestellte Taxi vor der „Aqua-Lodge“ ab. Nach dem Verladen der grossen Rucksäcke stiegen wir in den Bus. Zwei Personen pro Dreiersitz. Ich sogar alleine auf einem Doppelsitz. Punkt 06.00 Uhr startete der Buschauffeur den Motor. Als erster Bus verliessen wir pünktlich das Gelände. Solche Pünktlichkeit erlebten wir bis anhin nur sehr selten in Afrika. Alles schien gut.

Nachtfahrt

Nachtfahrt

Der erste Tiefschlag folgte jedoch umgehend. Wir sassen im Bus mit dem schwächsten Motor. Nacheinander überholten uns die anderen Busgesellschaften, während unser Bus mit „Vollgas“ über die unbefestigte Lehmpiste in den Tag hinein holperte. Naja, so raste er wenigstens nicht und wir fühlten uns einigermassen sicher, dachten wir da noch.

Fahrt am Tag

Fahrt am Tag

Ich machte es mir gemütlich so gut es eben ging und fing an, meine E-Mails zu lesen. Draussen war es immer noch zappenduster, aber schlafen konnte ich nicht. – Ja, da folgte auch schon Tiefschlag Nummer zwei. Kein Netz. Was nicht wirklich tragisch war. Trotz dem starken Gerüttel schlief ich dann doch noch ein.

[„No Service“]

Ich erwachte erst wieder, als der Bus bei einem waghalsigen Überholmanöver einen Lastwagen touchierte… „War da was?!“… Es folgte ein unspektakulärer erster Halt in einer kleinen Stadt. Bald schon ging es weiter auf einer Strasse, welche wohl nie über das Stadium „purer Erdboden“ hinauskommen wird. Immerhin, es war plattgewalzter Erdboden. In keinster Weise mit europäischen Strassen gleichzusetzen. Besonders unangenehm mussten wir das erfahren, als der Bus auf dem nassen Lehm in den Strassengraben abrutschte und zu kippen drohte. Das ganze Szenario, wie könnte es anders sein, irgendwo im Nirgendwo, an einer Steigung… Hello Adventure!

Lehm zum 1.

Lehm zum 1.

Drei Stunden, zehn gefällten Bäumen und einem Ausflug ins nahegelegene Dorf weiter, konnten wir dann endlich unsere Reise fortsetzen. Sprich: Es ging vorwärts. Kurze Zeit wenigstens. Es stockte der Motor an einer Steigung. Der Bus rutschte erneut ab. Es folgte, was bereits gehabt: Aussteigen bei einem unplanmässigen Stopp. Zum Zweiten.

Lehm zum 2.

Lehm zum 2.

So verbrachten wir unseren Nachmittag bis zum frühen Abend am Strassenrand, während mit einer Schaufel gemächlich die ganze Strasse umgegraben wurde. Dann ging es endlich weiter. Nach nunmehr zwölf (!) Stunden reine Fahrzeit (bis Mwanza waren acht Stunden vorveranschlagt worden), stiessen wir plötzlich, zu unserer aller Verwunderung, auf eine Asphaltstraße. Sechzehn Stunden nach Abfahrt des Buses eine Zollstation? – Sicher? – Nein! – Eine Fähre am Ende der Asphaltstraße. In freundlichem, gebrochenem Englisch informierte uns der Busfahrer (wohl nicht zum ersten Mal in seinem Leben…) darüber, dass soeben die letzte Fähre für heute abgelegt hätte. Morgen früh, um 07.00 Uhr würde aber schon die nächste fahren…

Fährstation

Fährstation am nächsten Morgen

Ich fasse für mich zusammen: Für eine normalerweise acht Stunden dauernde, harmlose Busfahrt hatten wir bis hierhin zwanzig Stunden gebraucht, inkl. Thrillerfeeling und Gefahrenstufe hoch. Es hatte mir zugesetzt, ich muss es leider zugeben. Mit dem Leben davon gekommen, den lähmenden Schrecken in den Gliedern sitzend, wollte ich freiwillig nicht nochmal eine Buslinie in Tanzania in Anspruch nehmen. Zumindest nicht in absehbarer, nächster Zeit. Mein Bedarf war mehr als gedeckt… Jetzt freute ich mich aber zuerst einmal auf einen Tag Sightseeing in Mwanza und danach auf den Direktflug auf Dar-es-Salaam! (150’000 Tansanische Schilling ~ 90 USD).

Wir mussten die Nacht im Bus verbringen… Na dann mal „Gute Nacht“! Morgen wird die Welt schon ganz anders aussehen, sagt man doch. Und hey, wollte ich eine ruhige Kugel schieben, hätte ich auch den ganzen Dezember zu Hause in der Schweiz, im Bett verbringen können. Und ganz ehrlich, ein ganz kleines bisschen liebe ich ja das Abenteuer gleichwohl!

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